
Wichtig: die richtige Manschettengrösse wählen!
Die richtige Manschettegröße
Die richtige Manschettengröße beeinflusst das Messergebnis

Nicht passende Manschettengrößen verursachen Fehldiagnosen durch Messfehler von bis zu 15%. Ist die Manschettengröße für den Patienten zu schmal oder wird diese zu locker angelegt, liegen die Messergebnisse zu hoch. Für den Patienten zu breite Manschetten ergeben umgekehrt zu niedrige Werte. Gerade bei Menschen mit kräftigeren Oberarmen muss die Manschettenbreite angepasst werden. Standardmanschetten mit etwa 12-13 Zentimetern Breite sind für Armumfänge ab 32 Zentimetern zu schmal und die Blutdruckwerte dadurch oft zu hoch. Die Manschette sollte fest am Oberarm anliegen und einen leichten Druck ausüben. Bei einigen Herstellern gewährleisten deutlich angebrachte Größenhinweise ein richtiges Auswählen der Manschette.
Wählen Sie die richtige Manschettengröße
Je nach Hersteller können Sie unter bis zu 6 Manschettengrößen wählen für:
- sehr starke Arme (Armumfang 42-54 cm)
- starke Arme (Armumfang 33-41 cm)
- normale Arme (Armumfang 22-32 cm)
- normale Arme (Armumfang 20-28 cm)
- Kinder (Armumfang 14-21 cm)
- Säuglinge (Armumfang 8-13 cm)

Wie legt man Blutdruckmanschetten richtig an?
Die Messung sollte immer am Arm mit dem höheren Blutdruckwert durchgeführt werden. Um optimale Messergebnisse zu erzielen, muss die Manschette richtig angelegt werden. Einige Hersteller erleichtern mit deutlich angebrachten Positionierungshinweisen ein fehlerfreies Anlegen der Manschette. Auch das Anlegen der Manschette über der Kleidung und besonders über enger Kleidung verursacht unzuverlässige Messwerte.
Bei der Blutdruck-Messung am Oberarm wird die Manschette so positioniert, dass der aufblasbare Teil an der Innenseite des Oberarms liegt. Der Verschluss sollte nach außen zeigen und der Schlauch nach unten zur Hand. Die Manschette sollte zwei Querfinger oberhalb der Ellenbeuge nur so fest am Oberarm anliegen, dass unter die verschlossene Manschette noch leicht ein Finger passt.
Bei der Handgelenkmessung muss der Arm in einer bestimmten Position gehalten werden. Liegt der Messpunkt unterhalb der Herzhöhe, so sind die gemessenen Werte zu hoch. Liegt der Messpunkt oberhalb der Herzhöhe, sind die Werte zu niedrig.

Einschlauch versus Zweischlauchmodelle
Einschlauch- VS. Zweischlauchmanschette
Was ist der Unterschied zwischen einem Ein- und Zweischlauch-Modell?
Einschlauch-Manschette
Manschette für Handmanometer mit nur einem Schlauchanschluss. Die Einschlauch-Technik garantiert einfache Handhabung, da Einschlauchgeräte etwas kleiner sind. Ein weiterer Vorteil ist der schnelle Manschettenwechsel. Andere Manschettengrößen lassen sich schneller anschließen, da nur ein Schlauch zu lösen ist.


Doppelschlauch-Manschette
Manschette für Blutdruck-Messgeräte mit zwei getrennten Schläuchen und zwei Schlauchanschlüssen. Die membranschonende Doppelschlauch-Technologie garantiert eine maximale Lebensdauer auch bei täglicher Anwendung. Diese Technik führt die Pumpstöße des Druckballs erst zur Manschette und erst dann gedämpft weiter zum Manometer. So wird der ansteigende Manschettendruck ohne Überschwingen des Zeigers angezeigt und das Messwerk effektiv geschont.
2-in-1-Schlauch
Bei dieser Ausführung sind alle Vorteile der Doppelschlauch-Manschette zur membranschonenden Anwendung gegeben, es ist jedoch nur ein Schlauch sichtbar. Der zweite Schlauch ist in den äußeren integriert.
Handgelenk- oder Oberarmmessung
Blutdruckmessung mit Oberarm- oder Handgelenkmessgerät?
Blutdruckmessung mit Oberarm- oder Handgelenkmessgerät?

Die selbsttätige elektronische Blutdruckmessung mit dem oszillometrischen Messverfahren ist heute auch für ältere Patienten bequem möglich. Hierdurch kann jederzeit eine schnelle und einfache Messung durchgeführt werden, die zuverlässige Messergebnisse hervorbringt.
Welche Messverfahren werden für die Selbstmessung empfohlen?
Bei der Blutdruckmessung für Zuhause wird generell zwischen Oberarm- und Handgelenkmessung unterschieden. Beide Gerätetypen garantieren heute eine ausgezeichnete Messgenauigkeit und erkennen sogar eventuelle Herzrhythmusstörungen. Doch welches Gerät eignet sich für welchen Patienten?
Handgelenk-Blutdruckmessgeräte

Bei Blutdruckmessgeräten für das Handgelenk ist das Messgerät untrennbar mit der Manschette verbunden - das Gerät besteht folglich nur aus einem Teil. So kann es direkt an das Handgelenk angelegt werden, um die Blutdruckmessung durchzuführen. Der Vorteil von Blutdruckmessungen am Handgelenk ist die geringe Größe, wodurch das Messgerät einfach überall hin mitgenommen werden kann. Aktive Anwender können jederzeit eine genaue Messung durchführen, die auch in der Öffentlichkeit diskret bleibt. Auch die einfache Handhabung und ein geringer Anschaffungspreis sprechen für ein Handgelenkmessgerät.
Voraussetzung für korrekte Messergebnisse
Für die korrekte Messung am Handgelenk muss sich die Manschette während der Messung immer auf Herzhöhe befinden, was eine gewisse Übung und Aufmerksamkeit verlangt. Dies erfordert eine aktive Positionierung des Handgelenks, um Messfehler zu vermeiden.
Für wen eignet sich die Handgelenkmessung?
Am Handgelenk sind die Verläufe der Arterien wegen der Unterarmknochen sowie den Sehnen des Handgelenks variabler. Sind sie sehr stark ausgeprägt, führt dies unter Umständen zu verfälschten Messergebnissen. Außerdem können altersbedingt verengte Blutgefäße durch Ablagerungen oder Änderungen der Gefäßwandelastizität, wie beispielsweise bei Arteriosklerose, mögliche Fehlerquellen bei der Blutdruckmessungen am Handgelenk darstellen. Bei Anwendern, die an starker Arteriosklerose oder Durchblutungsstörungen leiden, kann eine Handgelenkmessung zu ungenauen Werten führen. Auch bei manchen anatomischen Besonderheiten der Hand ist diese Art der Blutdruckmessung nicht ratsam.
Nachteile von Handgelenkmessgeräten
Da die Manschette nicht von dem Messgerät trennbar ist, lassen sich keine zusätzlichen Manschetten, z.B. für Menschen mit größerem Handgelenkumfang, anbringen. Für Personen, die mit der mitgelieferten Manschette nicht zurechtkommen, ist das Gerät daher nicht geeignet.

Oberarm-Blutdruckmessgeräte
Bei Blutdruckmessgeräten für den Oberarm steht das Messgerät zur Anzeige der Messergebnisse separat auf dem Tisch. Zur Blutdruckmessung umschließt die Manschette den Oberarm und wird ca. zwei Fingerbreiten oberhalb der Ellenbeuge am Oberarm angelegt und aufgepumpt. Am Oberarm besteht die Möglichkeit einer gleichmäßigen Kompression der Oberarmarterie (Arteria brachialis) unter der Manschette.

Voraussetzung für korrekte Messergebnisse
Wie bei der Handgelnkmessung auch musss auf die richtige Positionierung der Manschette geachtet werden. Diese sollte sich immer auf Herzhöhe befinden. Die korrekte Positionierung fällt bei Oberarmgeräten jedoch etwas leichter: Liegt der Unterarm während der Messung entspannt und leicht angewinkelt in Herzhöhe z.B. auf dem Tisch, ist die richtige Position in den meisten Fällen gewährleistet. Das große 3-Werte Display, das ein leichtes Ablesen der Ergebnisse ermöglicht, erleichtert die Werteermittlung.
Bei der Messung am Oberarm sollte auch stets auf die Kleidung geachtet werden: Da der Arm frei gelegt sein sollte, muss auf Kleidung, die beim Hochschieben den Oberarm einengt, verzichtet werden. Andernfalls kann es zu verfälschten Messergebnissen kommen.
Entscheidender Vorteil der Oberarmmessung
Die korrekte Wahl der richtigen Manschette ist ausschlaggebend für eine präzise und fehlerfreie Messung des Blutdrucks. Ist die Manschette für den Patienten zu schmal oder wird diese zu locker angelegt, liegen die Messergebnisse zu hoch. Umgekehrt ergeben zu breite Manschetten zu niedrige Werte. Bei den meisten Geräten können zusätzliche Manschetten in unterschiedlichen Größen problemlos mit den Oberarmmessgeräten verbunden werden. Zusätzlich zur Standardmanschette sind oft optional Kindermanschetten oder XL-Manschetten (für größere Armumfänge) erhältlich. Die Größenhinweise der Hersteller helfen, die passende Manschette für optimale Messergebnisse auszuwählen
Für wen eignet sich die Oberarmmessung?
Allgemein bestehen bei der Oberarmmessung weniger Fehlerquellen, was zur Beliebtheit dieser Messart beiträgt. Darüber hinaus eignet sie sich für fast jeden Menschen. Die Oberarmmessung ist besonders bei Patienten mit Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen von Vorteil, da Variierungen der Gefäßwandelastizität hier, im Gegenteil zur Messung mit Handgelenkgeräten, keinen Einfluss auf das Messergebnis haben. Vor allem bei Gefäßverengungen, was insbesondere Personen ab 50 Jahren betreffen kann, wird ein Oberarmmessgerät empfohlen.

Fazit: Vor- und Nachteile der Handgelenk- und Oberarmmessung

Beide oszillometrischen Blutdruckmessgeräte eignen sich gut für die Blutdruckmessung Zuhause. Die unterschiedlichen Systeme bieten Vorteile und Einschränkungen bei bestimmten Patienten. Handgelenkmessgeräte sind häufig günstiger in der Anschaffung und leichter und diskreter zu bedienen, während Oberarm-Blutdruckmessgeräte besonders bei bestimmten körperlichen oder gesundheitlichen Dispositionen genauere Messergebnisse liefern.
So sollte jeder Patient gemeinsam mit seinem Arzt vor dem Kauf je nach seinen persönlichen Anforderungen das passende Messverfahren für sich auswählen.